Von der Kirchenkritik zum Humanismus

Vor­wort Jeder Huma­nis­mus, der mehr ist als eine phi­lo­so­phi­sche Aus­den­kung, der sogar eine gesell­schaft­li­che Rea­li­tät besitzt oder besaß, zeich­net sich durch meh­re­re Eigen­schaf­ten aus: Die Aus­sa­gen sei­ner Anhän­ger­schaft sind umfas­send und mehr­di­men­sio­nal auf den „gan­zen Men­schen“ bezo­gen. Sie rich­ten sich an die „Mensch­heit“ in deren Namen, trans­por­tie­ren kul­tu­rel­le Bot­schaf­ten in der Span­ne zwi­schen Barm­her­zig­keit und … Read more

Rudolph Penzig Kurzbiographie

Rudolph Pen­zig Kurz­bio­gra­phie Geb. am 30.1.1855 in Sam­nitz (Lie­gnitz); gest. am 20.4.1931 in Ber­lin. Zen­tral­fi­gur des orga­ni­sier­ten dt. (frei­geis­ti­gen) Huma­nis­mus bis in die Wei­ma­rer Repu­blik; Ein­tritt in die Ber­li­ner Huma­nis­ten­ge­mein­de 1893 (gegrün­det 1887), der Keim­zel­le der Dt. Gesell­schaft für Ethi­sche Kul­tur; Ber­­lin-Char­­lo­t­­ten­bur­ger Stadt­rat; Dozent an der Frei­en Hoch­schu­le Ber­lin; berufl. Tätig­keit als Moral­päd­ago­ge für Schwer­erzieh­ba­re. … Read more

Ausgewählte deutsche Freidenker – eine alphabetische Bibliobiographie

Die fol­gen­de Aus­ar­bei­tung ist eine kol­lek­ti­ve. Sie begann 1994 im Umfeld mei­ner Recher­chen für das Buch „Dis­si­den­ten“ (1. Auf­la­ge 1997). Im April 1997 erfolg­te die Grün­dung der „Huma­nis­ti­schen Aka­de­mie Ber­lin“, die sich auch Fra­gen der Frei­den­k­er­ge­schich­te wid­men woll­te. Gegen Ende des glei­chen Jah­res nahm das „Kul­tur­his­to­ri­sche Archiv“ (damals noch der Aka­de­mie) unter wesent­li­cher Feder­füh­rung von … Read more

Wie wird man Stalinist?

Mar­tin Schaad, His­to­ri­ker und Phi­lo­soph, stell­ver­tre­ten­der Direk­tor des Ein­stein Forums in Pots­dam, hat im Febru­ar 2013 einen Vor­trag gehal­ten mit dem Titel Wie wird man eigent­lich Sta­li­nist? Dazu hat er nun ein Buch ver­öf­fent­licht. Es han­delt über den Schrift­stel­ler, Kul­tur­funk­tio­när und Theo­re­ti­ker des Huma­nis­mus Alfred Kurel­la (1895–1975), dem wohl wich­tigs­ten Kul­tur­funk­tio­när und -theo­re­ti­ker der Ulb­­­richt-Zeit. … Read more

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Es lei­tet einen Men­schen ja viel in sei­ner Bio­gra­phie. Die Sprü­che, die beim Den­ken hel­fen, lösen sich ab. Ein Motto ein Leben lang – wer hält das durch? Des­halb soll auch im Fol­gen­den regel­mä­ßi­ge Ergän­zung sein.

Lud­wig Mar­cu­se (1891–1971), in den 1930ern der Begrün­der des skep­ti­schen Huma­nis­mus, gab sich (wahr­schein­lich) 1912 in einem Auf­satz am Fried­rich Wer­der­schen Gym­na­si­um in Ber­lin fol­gen­des Cre­do, zitiert nach: Mein zwan­zigs­tes Jahr­hun­dert. Auf dem Weg zu einer Auto­bio­gra­phie. Mün­chen 1960, S. 140:

»›Wir Humanisten‹ sind weder ›Wächter eines Tempels‹, noch wird die Welt an uns genesen. Wir haben die viel bescheidenere, aber wichtige Aufgabe, das Lebendige einer großen Tradition in die Gegenwart hineinzuwirken.«