Freidenkerei

Erst im 19. Jahr­hun­dert ver­schwand mit dem Rück­gang des Kir­chen­ein­flus­ses und schließ­lich der all­ge­mei­nen staats- und gesell­schafts­po­li­ti­schen Frei­ga­be des „Zwei­fels“ die all­ge­meins­te Ursa­che der Frei­den­ke­rei, näm­lich die Auf­ga­be, die Fackel der Auf­klä­rung in die Kul­tur zu tra­gen, um dort das Dun­kel aus­zu­leuch­ten. Fried­rich Nietz­sche hat im Jahr 1880/81 „Frei­den­ker“ all­ge­mein cha­rak­te­ri­siert, zeit­gleich mit der Grün­dung der „Brüs­se­ler-Frei­den­ker-Inter­na­tio­na­le“ und des „Deut­schen Frei­den­ker­bun­des“, was ihm wohl unbe­kannt blieb. Er mein­te, es wür­den die­je­ni­gen zu Frei­den­kern, denen „schon ein Aus­den­ken und Aus­spre­chen von ver­bo­te­nen Din­gen … Befrie­di­gung gibt“. Er unter­schei­det sie strikt von den „Frei­tä­tern“, die er höher schätzt.

Seit der Renais­sance tra­ten immer wie­der Ein­zel­per­so­nen als Frei­den­ker auf und im 19. Jahr­hun­dert ent­stan­den die ers­ten Orga­ni­sa­tio­nen über Phi­lo­so­phen­zir­kel hin­aus­rei­chend, aus deren pro­le­ta­ri­schem Zweig zum Beginn des 20. Jahr­hun­derts der Name „Frei­den­ker­be­we­gung“ bis heu­te tra­diert ist. Sie erstark­te und ging zurück mit der Arbei­ter­be­we­gung.

Das Arbeits­feld Frei­den­ke­rei wid­met sich inner­halb die­ses gro­ßen Gebie­tes drei Berei­chen: