Dissidenten, Freidenker, Freidenkerbewegung – Grundsätzliches

Dissidenten

Wer im Mit­tel­al­ter außer­halb der Kir­che stand, wur­de zu einem Aus­sät­zi­gen, denn Exkom­mu­ni­ka­ti­on bedeu­te­te die Reichs­acht. Abweich­ler von den katho­li­schen Dog­men gal­ten als Häre­ti­ker. Die­se brach­ten, freie­re Reli­gio­si­tät erstre­bend, in der Renais­sance die Refor­ma­ti­on in Gang. Der Augs­bur­ger Reli­gi­ons­frie­den von 1555 gestand Religionsfreiheit/Toleranz zu, aber nur den Lan­des­her­ren und deren Fami­li­en.

Christ­li­che Son­der­grup­pen bezeich­ne­te man seit dem Frie­den von War­schau (pax dis­si­den­ti­um) 1573 als ‘Dis­si­den­ten‘ [Gro­schopp 2011], mit Anklang an die eng­li­schen ‘Dis­sen­ters‘, abge­lei­tet von dis­s­idio (getrennt sein). Dar­un­ter fie­len zunächst alle aner­kann­ten pol­ni­schen Nicht­ka­tho­li­ken – Luthe­ra­ner, Refor­mier­te, (ortho­do­xe) Grie­chen, Arme­ni­er –, aber nicht die Wie­der­täu­fer, Sozi­nia­ner und Quä­ker.

Der Begriff ging mit dem West­fä­li­schen Frie­den von 1648 in die Amts­spra­che ein. ‘Dis­si­den­ten‘ hie­ßen nun die nächs­ten fast 300 Jah­re alle tole­rier­ten Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten außer­halb der Kon­fes­sio­na­li­tät (Katho­li­ken, Pro­tes­tan­ten) und des Juden­tums (Syn­ago­gen­ge­mein­schaf­ten). Die Fürs­ten behiel­ten das Recht, ‘abge­spal­te­ne‘ Gemein­schaf­ten zu akzep­tie­ren oder zu ver­bie­ten.

Erlaubt wur­den in der fol­gen­den Zeit die Herrn­hu­ter, die Alt­lu­the­ra­ner, die Men­no­ni­ten und Bap­tis­ten, denen nach Brauch und Gesetz im 19. Jahr­hun­dert gewis­se Kor­po­ra­ti­ons­rech­te zustan­den. Wei­ter zähl­ten dar­un­ter zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts Metho­dis­ten, Irvin­g­ia­ner (Apos­to­li­sche Gemein­den), Quä­ker, Deutsch­ka­tho­li­ken, Frei­re­li­giö­se Gemein­den, die Her­manns­bur­ger Frei­kir­che und die reni­ten­te Kir­che Nie­der­hes­sens. Die­se hat­ten sich auf Basis der Ver­eins­ge­set­ze gebil­det, ent­behr­ten aber der Rechts­fä­hig­keit. Alle muss­ten regis­triert sein und durf­ten kei­ne staats­feind­li­chen Inter­es­sen ver­fol­gen.
Eine Abkehr von jeder kirch­li­chen oder kir­chen­ähn­li­chen Orga­ni­sa­ti­on war bis zur Wei­ma­rer Ver­fas­sung 1919 nie vor­ge­se­hen – auch nicht im Aus­tritts­ge­setz von 1873, in dem erst­mals juris­tisch nicht nur ‘abge­trenn­te‘ reli­giö­se Gemein­schaf­ten als Dis­si­den­ten ein­ge­stuft wur­den, son­dern auch die­je­ni­gen (§ 16), die „noch [sic!] kei­ner vom Staa­te geneh­mig­ten Reli­gi­ons­ge­sell­schaft ange­hö­ren“ [Pfen­der 1930, S. 31]. Man ging davon aus, dass wei­ter­hin alle Men­schen reli­gi­ös orga­ni­siert sind. Mas­sen­haf­te per­sön­li­che Reli­gi­ons­lo­sig­keit ist im Wesent­li­chen ein Pro­dukt der zwei­ten Hälf­te des 20. Jahr­hun­derts.
Zunächst wur­de das Chris­ten­tum im ‘Kul­tur­kampf‘ (1872–1887) for­mal Frei­wil­lig­keits­kir­che, „denn weder Kir­che noch Staat konn­ten den Ein­zel­nen zum Blei­ben in der Kir­che zwin­gen.“ [Pfen­der 1930, S. 32] Damit wur­de die Grup­pe der ‘Dis­si­den­ten‘ grö­ßer, der Begriff rechts­üb­lich und auf Frei­den­ker über­tra­gen. Die­se über­nah­men den Begriff als Selbst­be­zeich­nung, so auch reli­gi­ons­lo­se Athe­is­ten und ethi­sche Huma­nis­ten, was freie Reli­giö­se ver­an­lass­te, sich davon zu distan­zie­ren und Kör­per­schafts­rech­te anzu­stre­ben, wie sie die Kir­chen besa­ßen, was ihnen weit­ge­hend nach 1919 gelang.[1]

In Deutsch­land gab es 1914 bei einer Ein­woh­ner­zahl von 65 Mil­lio­nen etwa 250.000 recht­lich defi­nier­te ‘Dis­si­den­ten‘, dar­un­ter etwa 80–100.000 ‘Kon­fes­si­ons­lo­se‘. Annä­hernd 20–25.000 von ihnen waren in frei­den­ke­ri­schen Ver­ei­nen orga­ni­siert. Die größ­ten Grup­pen stell­ten die Monis­ten (6.750), die Frei­den­ker (6.000), die pro­le­ta­ri­schen Frei­den­ker (5.000) und die ‘Mut­ter­schüt­zer‘ (3.500). Aus den Selbst­aus­künf­ten die­ser Orga­ni­sa­tio­nen errech­nen sich zwar 32.000 Mit­glie­der, doch ist von etwa 10–20 Pro­zent Dop­pel- bzw. Mehr­fach­mit­glied­schaf­ten aus­zu­ge­hen. Sie wirk­ten vor allem im Rhein­land und in West­fa­len, in Hes­sen-Nas­sau, im Groß­her­zog­tum Hes­sen, in Baden, Würt­tem­berg, Han­no­ver, in der preu­ßi­schen Pro­vinz Sach­sen (heu­te Sach­sen-Anhalt) und im Land Sach­sen, in den thü­rin­gi­schen Staa­ten und in Schle­si­en – und vor allem in den gro­ßen Städ­ten Ber­lin, Bre­men, Frank­furt am Main, Ham­burg, Jena, Mün­chen und Nürn­berg sowie mit Abstri­chen Bres­lau, Dres­den, Düs­sel­dorf, Leip­zig und Stutt­gart als Zen­tren.

Am 30. Novem­ber 1920 erging ein neu­es Gesetz über den Aus­tritt aus Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten und am 15. Juli 1921 erfolg­te die Fest­le­gung der Reli­gi­ons­mün­dig­keit im Reich ein­heit­lich auf das voll­ende­te 14. Lebens­jahr. Damit wur­de der Begriff des Dis­si­den­ten end­gül­tig frag­lich. Er blieb aber gül­tig, bis ihn die Natio­nal­so­zia­lis­ten abschaff­ten, auch um Frei­den­ker, deren Orga­ni­sa­tio­nen schon ver­bo­ten waren, als Per­so­nen ver­wal­tungs­recht­lich zu befra­gen, zu kenn­zeich­nen und zu denun­zie­ren. Ein­ge­führt wur­de die All­ge­mein­for­mel von der ‘Gott­gläu­big­keit‘. Ein Erlass des Reichs­in­nen­mi­nis­te­ri­ums bestimm­te am 26. Novem­ber 1936, dass „zukünf­tig in ‘öffent­li­chen Lis­ten, Vor­dru­cken und Urkun­den auf Grund ihrer Erklä­rung zu unter­schei­den sind: 1. Ange­hö­ri­ge einer Reli­gi­ons­ge­mein­schaft oder einer Welt­an­schau­ungs­ge­mein­schaft; 2. Gott­gläu­bi­ge; 3. Gott­lo­se“ (NS-Monats­hef­te 8, 1937, S. 61 f., zitiert nach Schmitz-Ber­ning 2000, S. 282). ‘Gott­gläu­big‘ ersetz­te bis 1945 die Wor­te ‘kon­fes­si­ons­los‘ und ‘Dis­si­dent‘.

Freidenker

Erst durch die Frei­ga­be des Zwei­fels ver­schwand die all­ge­meins­te Ursa­che der Frei­den­ke­rei. Sie hat Fried­rich Nietz­sche 1880/81 so benannt, zeit­gleich zur Grün­dung der ‘Brüs­se­ler-Frei­den­ker-Inter­na­tio­na­le‘ und des ‘Deut­schen Frei­den­ker­bun­des‘, was ihm wohl unbe­kannt blieb: Es wür­den die­je­ni­gen zu Frei­den­kern, denen „schon ein Aus­den­ken und Aus­spre­chen von ver­bo­te­nen Din­gen … Befrie­di­gung gibt [Nietz­sche 1971, S. 29]. Des­halb sind es zunächst „immer wie­der Ein­zel­per­so­nen, die als Frei­den­ker auf­tre­ten“ [Wild 1979, S. 262].

Das Spek­trum ihrer Ide­en ist breit gefä­chert. Bereits das 1759 erschie­ne­ne ‘Frey­den­ker-Lexi­con‘ von Johann Anton Tri­ni­us nennt „Athe­is­ten, Natu­ra­lis­ten, Deis­ten, gro­be Indif­fe­ren­tis­ten, Scep­ti­ker und der­glei­chen Leute“.[2] An Leib und Leben bedroht, äußer­ten sich Frei­den­ker stets grund­sätz­lich, lebens­welt­lich und umfas­send. Hin­sicht­lich der Bezie­hun­gen zum Huma­nis­mus sind die­se frü­hen Zeug­nis­se nicht unter­sucht.

Das Wort ‘Frei­den­ker‘ kommt aus dem Eng­li­schen. „Wil­liam Moly­neux … bezeich­ne­te in einem Brief an J[ohn] Locke am 6. April 1697 den Ver­fas­ser des um eine ver­nunft­ge­mä­ße, wider­spruchs­freie Erklä­rung des Chris­ten­tums bemüh­ten Buches ‘Chris­tia­ni­ty not mys­te­rious‘, John Toland …, als einen ‘can­did freethin­ker‘ […]. Es kam zur Grün­dung einer kurz­le­bi­gen Wochen­schrift ‘The Free-Thin­ker‘ ([…] um 1711), die das Ziel ver­folg­te, den Unter­schied zwi­schen Reli­gi­on und Aber­glau­ben in das Bewußt­sein der Öffent­lich­keit zu rücken.“ [Mehl­hau­sen 1983, S. 489] Toland über­nahm die Bezeich­nung als Ehren­ti­tel [Alger­mis­sen 1960, S. 318].

John Antho­ny Col­lins, ein Schü­ler von Locke, führ­te schließ­lich 1713 in sei­nem Werk A Dis­cour­ce of Freethin­king, occa­sio­ned by the Rise and Growth of a Sect call’d Freethin­kers den Begriff ein und brach­te ihn mit einer sek­ten­haf­ten Gemein­schaft in Ver­bin­dung, die Ver­stan­des­übun­gen pfleg­te. Frei­es Den­ken zeich­net sich seit­dem dadurch aus, dass es „sich durch die Evi­denz der Sache und nicht durch eine Auto­ri­tät bestim­men läßt“ [Gaw­lik 1972, Spal­te 1062].
1715 fand die ers­te wört­li­che Über­tra­gung ins Deut­sche durch Gott­fried Wil­helm Leib­niz [Mehl­hau­sen 1983, S. 490] statt. 1734 ver­such­te dann Johann Ernst Phil­ip­pi in Göt­tin­gen eine Zeit­schrift unter dem Titel ‘Der Frei­den­ker‘ her­aus­zu­ge­ben. Eben­so wenig erfolg­reich war der gleich­na­mi­ge Ver­such von Johann Anton Jan­son von Waas­berg­he 1741/42 in Dan­zig. Gott­hold Ephraim Les­sing nann­te ein frü­hes Lust­spiel 1749 ‘Der Frey­geist‘ – bis zum Anfang des 20. Jahr­hun­derts eine syn­ony­me Selbst­be­zeich­nung der Frei­den­ker.

Wahr­schein­lich setz­te sich die Bezeich­nung ‘Frei­den­ker‘ durch, weil der Begriff eine gewis­se Distanz aus­drück­te zu den bis auf die früh­christ­lich-anti­ke Gno­sis zurück­rei­chen­den Frei-Geist-Sek­ten-Bewe­gun­gen. Die moder­nen Frei­den­ker woll­ten sich sogar von jeder reli­giö­sen Tra­di­ti­on lösen, auch von den Frei­re­li­giö­sen Gemein­den. Wört­li­che Über­set­zun­gen aus dem Eng­li­schen (‘freethin­ker‘) bestärk­ten die­se Rich­tung. Zudem waren vie­le ame­ri­ka­ni­sche Frei­den­ker deut­sche Emi­gran­ten. Ihre Tex­te wur­den oft rück­über­setzt.

Ande­re sahen sich als Monis­ten. Der Begriff des Monis­mus, ‘Ein­heits­leh­re‘, geht auf Chris­ti­an Wolf zurück, der ihn 1721 in der zwei­ten Auf­la­ge sei­nes Buches ‘Ver­nünf­ti­ge Gedan­ken von den Kräf­ten des mensch­li­chen Ver­stan­des und ihrem rich­ti­gen Gebrau­che in Erkennt­nis der Wahr­heit‘ ein­führ­te. ‘Monis­mus‘ bezeich­net seit­dem Welt­an­schau­un­gen und phi­lo­so­phi­sche Sys­te­me, die sich von dua­lis­ti­schen bzw. plu­ra­lis­ti­schen unter­schei­den.
Seit­dem Ernst Haeckel und Wil­helm Ost­wald 1906 den ‘Deut­schen Monis­ten­bund‘ schu­fen, wird Monis­mus in der Frei­den­ke­rei weit­ge­hend mit natur­wis­sen­schaft­li­chen Denk­rich­tun­gen gleich­ge­setzt, wel­che die Tota­li­tät auf ein ein­zi­ges Erklä­rungs­prin­zip zurück­zu­füh­ren ver­su­chen, bei Haeckel die ‘kos­mi­sche Ein­heit‘, bei Ost­wald die ‘Ener­gie‘, neu­er­dings die ‘Evo­lu­ti­on‘. Moder­ne Natu­ra­lis­ten beru­fen sich heu­te aus­drück­lich auf den ‘evo­lu­tio­nä­ren Huma­nis­mus‘ [Hux­ley 1964; Schmidt-Salo­mon 2005].

Freidenkerbewegung

Die deut­sche frei­den­ke­ri­sche Bewe­gung ent­stand aus zwei gesell­schaft­li­chen Bedürf­nis­sen, die sich bün­del­ten und zu unter­schied­li­chen Orga­ni­sa­ti­ons­for­men führ­ten – bis heu­te im Spek­trum von athe­is­tisch, frei­geis­tig, frei­re­li­gi­ös, agnos­tisch oder huma­nis­tisch. Da ist zum einen der Wunsch nach Frei­heit des öffent­li­chen Nach­den­kens; zum ande­ren gibt es immer wie­der diver­se Inter­es­sen von Dis­si­den­ten hin­sicht­lich Bil­dung, Ritua­len. Unter feu­da­len, vor­de­mo­kra­ti­schen Herr­schafts­for­men war die Frei­den­ker­be­we­gung vor allem kir­chen­kri­tisch, oft kir­chen­feind­lich. Es ent­wi­ckel­te sich dar­aus eine bis heu­te anhal­ten­de Ten­denz der Reli­gi­ons­kri­tik, sodass im öffent­li­chen Leben die­se mit ‘Frei­den­ke­rei‘ iden­ti­fi­ziert wird, was inner­re­li­giö­sen Zwei­fel weit­ge­hend in den Bereich der Häre­sie ver­weist.

Aus der ursprüng­li­chen For­de­rung nach Frei­heit in der Reli­gi­on wur­de beson­ders nach Erschei­nen Wer­kes von Charles Dar­win ‘Über die Ent­ste­hung der Arten‘ 1859 ein Abschied von der Reli­gi­on. Alle nun ent­ste­hen­den Orga­ni­sa­tio­nen haben Nach­fol­ger bis in die Gegen­wart – und sei es als Rest­be­stän­de. Par­al­lel wur­de aus liber­tä­rer frei­er Reli­gio­si­tät um 1900 ein kämp­fe­ri­sches sozia­lis­ti­sches Frei­den­ker­tum. Der poli­ti­sche und sozia­le Druck, unter dem die Dis­si­den­ten stan­den, beför­der­te 1906 die Grün­dung des ‘Wei­ma­rer Kar­tells‘ als ‘Zusam­men­schluß selb­stän­di­ger Gesell­schaf­ten‘, die der (heu­te wür­de man ihn so nen­nen) Islam­wis­sen­schaft­ler Max Hen­ning (1861–1927) kurz vor Kriegs­aus­bruch doku­men­tier­te [Hen­ning 1914; Gro­schopp 2011, S. 48 ff.]. In der Novem­ber­re­vo­lu­ti­on kamen Frei­den­ker, so der Ber­li­ner Sozi­al­de­mo­krat Adolph Hoff­mann (1858–1930), kurz­zei­tig in Minis­ter­ver­ant­wor­tung und unter­nah­men radi­ka­le Schrit­te, das Staat-Kir­che-Ver­hält­nis zu refor­mie­ren und im Bil­dungs­we­sen Schu­le und Reli­gi­on zu tren­nen [Gro­schopp 2009a].

Die Frei­den­k­er­ge­schich­te bis zum Ers­ten Welt­krieg ist gut erforscht [Wun­de­rer 1980a; Kai­ser 1981; Simon-Ritz 1997; Gro­schopp 2011], weni­ger die Wei­ma­rer Repu­blik [Kai­ser 1981; Heimann/Walter 1993], fast gar nicht Ent­wick­lun­gen in bei­den Tei­len Deutsch­lands ab dem Kal­ten Krieg 1948 [Groschopp/Müller 2013].

Die ‘klas­si­sche‘ Frei­den­ker­be­we­gung kam mit Beginn des 21. Jahr­hun­derts und der Ent­ste­hung des ‘neu­en Athe­is­mus‘ – weit­ge­hend ein Medi­en­er­eig­nis – an ihr Ende [Gro­schopp 2009b]. Die sie ursprüng­lich pro­du­zie­ren­den Umstän­de (man­gel­haf­te Tren­nung von Gesell­schaft und Reli­gi­on bzw. Kir­che und Staat) wan­del­ten sich radi­kal. Die sie stüt­zen­den poli­ti­schen Son­der­mi­lieus lös­ten sich auf (im 19. Jahr­hun­dert der Libe­ra­lis­mus; im 20. Jahr­hun­dert der Sozia­lis­mus). Die ihre Orga­ni­sa­tio­nen beför­dern­den sozia­len Kräf­te, die Bevöl­ke­rungs­grup­pe der ‘Kon­fes­si­ons­frei­en‘, die nicht den wenigs­tens for­mal ver­bin­den­den Rechts­sta­tus der ‘Dis­si­den­ten‘ hat, ver­grö­ßer­te sich zwar auf der­zeit 36 Pro­zent, aber ein gemein­sa­mes Sub­jekt bil­det sie nicht.
Durch Huma­ni­sie­rung, Reli­gi­ons­frei­heit und Reli­gi­ons­kri­tik bekam die Auto­no­mie der per­sön­li­chen Wahl einer Welt­an­schau­ung gesell­schaft­li­che und staat­li­che Aner­ken­nung und Welt­an­schau­ungs­par­tei­en wur­den Ver­gan­gen­heit. Auf dem Feld der Kul­tur­po­li­tik ist der Staat-Kir­che-Kon­flikt nicht mehr der bestim­men­de. Es scheint, dass sich der Bereich ‘Reli­gi­on‘ immer mehr unter den einer weit gefass­ten Kul­tur sub­su­miert [Frit­sche 2015; Gro­schopp 2013]. Es stel­len sich dar­in die Zie­le der voll­stän­di­gen Tren­nung von Kir­che und Staat sowie Reli­gi­on und Bil­dung auf neue Wei­se, vor allem sind die Wege dahin wei­ter umstrit­ten. Sie rei­chen von einem stren­gen Lai­zis­mus bis zum Prin­zip der Gleich­be­hand­lung von Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten und Welt­an­schau­ungs­ge­mein­schaf­ten [Hummitzsch 2013].

Annäherungen an Humanismus

Die deut­sche Frei­den­ker­be­we­gung, wie sie sich zwi­schen 1881 und 1933 in ihren wesent­li­chen Zügen und in der Wei­ma­rer Repu­blik sogar als Mas­sen­or­ga­ni­sa­ti­on mit mehr als einer hal­ben Mil­li­on Mit­glie­dern prä­sen­tier­te (im Natio­nal­so­zia­lis­mus ver­bo­ten), stand dem Huma­nis­mus umso fer­ner, je mehr sie sich zur Arbei­ter­be­we­gung rech­ne­te, wo Karl Marx 1844 den Kom­mu­nis­mus als wah­ren Huma­nis­mus pos­tu­liert hat­te [Engels/Marx 1958, S. 7; Gro­schopp 2013a, S. 61–65] und Sozia­lis­mus als Welt­an­schau­ung galt, die Reli­gi­on durch Sozia­lis­mus ersetzt [Prü­fer 2002]. In dem Maße, wie sich die Arbei­ter­be­we­gung in den 1920er Jah­ren spal­te­te, zer­fa­ser­ten sich auch die Frei­den­ker.

Huma­nis­mus im Namen einer Orga­ni­sa­ti­on ist, abge­se­hen von der Selbst­be­zeich­nung von Orts­ver­bän­den der ethi­schen Kul­tur­ge­sell­schaft um 1900 als ‘Huma­nis­ten­ge­mein­den‘, neue­ren Datums. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg kam es inter­na­tio­nal zu einer Öff­nung des Frei­den­ker­tums zum Huma­nis­mus (‘Inter­na­tio­na­le Huma­nis­ti­sche und Ethi­sche Uni­on‘, IHEU 1952). Die­ser wur­de noch vor­ran­gig als ein Instru­ment der Säku­la­ri­sie­rung ver­stan­den. Erst zum Ende des 20. Jahr­hun­derts, par­al­lel zur neu ein­set­zen­den Huma­nis­mus­for­schung und dazu teil­wei­se Ver­bin­dung suchend, öff­ne­te sich das Ver­ständ­nis von Huma­nis­mus. Orga­ni­sa­tio­nen nah­men die­sen Namen an (‘Huma­nis­ti­sche Uni­on‘ 1961, ‘Huma­nis­ti­scher Ver­band‘ 1993, ‘Huma­nis­ti­sche Aka­de­mie‘ 1997; seit­dem zahl­rei­che Ver­ei­ne und Stif­tun­gen).

Die ‚Huma­nis­ten­ge­mein­den‘ der ‚Deut­schen Gesell­schaft für Ethi­sche Kul­tur‘ stel­len in die­ser Geschich­te nicht nur eine Aus­nah­me dar [Schramm 2012; Gro­schopp 2014], son­dern mar­kie­ren einen Neu­be­ginn. Felix Adler [Adler 1892] grün­de­te 1876 in New York die ‘Socie­ty of Ethi­cal Cul­tu­re‘ und brach­te die Idee einer libe­ra­len Sozi­al­re­form, getra­gen von huma­nis­ti­scher Ethik, die über den Klas­sen, Ras­sen, Reli­gio­nen und Par­tei­en steht, an der wis­sen­schaft­lich gear­bei­tet wird und die in Schu­len gelehrt wer­den soll, Anfang der 1892 Jah­re nach Deutsch­land und beein­fluss­te hier Wil­helm Foers­ter und Fer­di­nand Tön­nies und in Öster­reich Fried­rich Jodl. Die­ser libe­ra­le und ethi­sche Huma­nis­mus wur­de in den USA auch ‘Huma­nis­mus der Juden‘ genannt [Hiorth 1996, S. 21–25]. Die von Adler initi­ier­te ethi­sche Kul­tur­be­we­gung [Gro­schopp 2011, S. 149–169, 243–278] war zunächst prak­tisch ori­en­tiert.
Noch in den 1920er Jah­ren gab es in den USA ein auf John Mackin­non Robert­son und auf das Jahr 1891 zurück­ge­hen­des, phi­lo­so­phisch begrün­de­tes Kon­zept, das Huma­nis­mus als eine zivi­le Reli­gi­on sah. Es fin­det sich auch bei Arthur Hazard Dakin und Cur­tis W. Ree­se [Robert­son 1891; Dakin 2010]. Doch der Ende der 1940er Jah­re in den USA auf­kom­men­de, weit­ge­hend athe­is­tisch sich dar­stel­len­de ‘säku­la­re Huma­nis­mus‘ bekämpf­te die­se Rich­tung erfolg­reich wegen ihrer Reli­gi­ons­nä­he.

Die posi­ti­ve Hin­wen­dung zum Huma­nis­mus ab Mit­te der 1930er Jah­re war Fol­ge des Anti­fa­schis­mus, die eine poli­ti­sche Front gegen den prak­ti­schen wie geis­ti­gen Anti­hu­ma­nis­mus schaf­fen woll­te [Berend­sohn 1946; Gro­schopp 2013a, S. 81–158]. Der ‘säku­la­re Huma­nis­mus‘ griff in Zei­ten des Kal­ten Krie­ges nicht auf die­se Tra­di­ti­on zurück. Er wur­de anti­kom­mu­nis­tisch, gera­de weil sich im Anti­ko­lo­nia­lis­mus in den frü­hen 1950ern Ten­den­zen zu einem ‘säku­la­ren Huma­nis­mus‘ ver­stärkt hat­ten [Maca­mo 2009]. Rezi­piert wur­de in der Fol­ge ein ‘radi­ka­ler Huma­nis­mus‘, der auf Man­a­ben­dra Nath Roy zurück­geht [Chat­topad­hya­ya 2009]. Die­ser hat­te Anfang der 1930er Jah­re die anti­fa­schis­ti­schen Wochen­schrif­ten ‘Radi­cal Huma­nist‘ und ‘Huma­nist Way‘ gegrün­det, wes­halb auch Ver­tre­ter der antis­ta­li­nis­ti­schen Lin­ken die huma­nis­ti­sche Idee auf­grif­fen, etwa Erich Fromm [Funk 1984].

In den 1950er Jah­ren kam es in der west­deut­schen Frei­den­ke­rei zu eini­gen Vor­schlä­gen, Huma­nis­mus als Begriff und Pro­gramm ein­zu­füh­ren, so erfolg­los 1956 beim ‘Deut­schen Monis­ten­bund‘. Im August 1961 ent­stand die ‘Huma­nis­ti­sche Uni­on‘ als kul­tur­po­li­ti­sche Ver­ei­ni­gung und heu­ti­ge Bür­ger­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on mit dem Schwer­punkt des Ein­sat­zes für die Men­schen­rech­te. Im Juli 1973 bis Ende 1991 gab der 1859 gegrün­de­te ‘Bund Frei­re­li­giö­ser Gemein­den Deutsch­lands‘ sei­ner Ver­bands­zeit­schrift den Namen ‘Der Huma­nist‘ (ab 1992: ‘Wege ohne Dog­ma‘). 1988 erfolg­te die Umbe­nen­nung der ‘Frei­re­li­giö­sen Lan­des­ge­mein­schaft Nie­der­sach­sen‘ in ‘Freie Huma­nis­ten Nie­der­sach­sen‘, weit­ge­hend ein Ergeb­nis der engen Bin­dung an die IHEU.

Ab 1990 wand­ten sich Frei­den­ker ver­stärkt dem Huma­nis­mus zu [Gro­schopp 2016], durch­aus in Kon­takt mit eini­gen reform­be­rei­ten Neu­grün­dun­gen aus dem 1989 in der DDR ent­stan­de­nen kurz­le­bi­gen ‘Ver­band der Frei­den­ker‘ [Groschopp/Müller 2013]. In den Bezir­ken Ber­lin, Hal­le und Pots­dam wand­ten sich die­se wäh­rend der ‘Wen­de­zeit‘ der kon­zep­tio­nel­len Anwen­dung eines prak­ti­schen Huma­nis­mus zu. Sie wur­den Anfang 1993 zu Mit­be­grün­dern des ‘Huma­nis­ti­schen Ver­ban­des Deutsch­lands‘.

Auch hier domi­nier­te noch der ‘säku­la­re Huma­nis­mus‘. Er erreich­te die sich neu ori­en­tie­ren­den deut­schen Frei­den­ker 1990 in der Inter­pre­ta­ti­on von Finn­ge­ir Hiorth, der in einem Vor­trag im Novem­ber 1989 auf dem Kon­gress der ‘Welt­uni­on der Frei­den­ker‘ in Bel­gi­en die in der IHEU vor­find­li­che säku­la­ris­ti­sche Ten­denz ver­stär­ken woll­te und des­sen Grund­satz­text die Ber­li­ner Frei­den­ker­zeit­schrift ‘dies­seits‘ ver­öf­fent­lich­te [Hiorth 1990]. Debat­ten in der ‘Huma­nis­ti­schen Aka­de­mie‘ stell­ten im ers­ten Jahr­zehnt des 21. Jahr­hun­derts den Begriff des ‘säku­la­ren Huma­nis­mus‘ in sei­ner Geschich­te vor [Jun­gin­ger 2013] und zugleich zuneh­mend in Fra­ge).

Par­al­lel dazu ent­fal­te­te sich im Umfeld der ‘Gior­da­no-Bru­no-Stif­tung‘ eine neue, moder­ne Frei­den­ker­be­we­gung. ‘Huma­nis­mus‘ wur­de hier weit­ge­hend iden­tisch mit einem ratio­na­lis­ti­schen Natu­ra­lis­mus, dem auf der poli­ti­schen Ebe­ne nicht nur die Tren­nung von Kir­che und Staat ent­sprach, son­dern in einer radi­ka­len Kon­se­quenz auch die Sepa­ra­ti­on von Gesell­schaft und Reli­gi­on. Der eige­ne Huma­nis­mus wird als wis­sen­schaft­lich begrün­det ange­se­hen und vom reli­giö­sen Huma­nis­mus streng unter­schie­den [Schmidt-Salo­mon 2005; Kurtz 1998].

Seit­dem gibt es ver­schie­de­ne Ver­su­che, Huma­nis­mus in die­ser Tra­di­ti­on fort­zu­schrei­ben, ihn zu erneu­ern oder zu ver­wer­fen. Die Dis­kus­sio­nen sind in den Publi­ka­tio­nen der drei Publi­ka­ti­ons­rei­hen der ‘Huma­nis­ti­schen Aka­de­mi­en‘ nach­voll­zieh­bar. Die Debat­ten haben inzwi­schen zu kri­ti­schen Reak­tio­nen aus kirch­li­cher [Fincke 2004; Hem­pel­mann 2011; Baab 2013], neu­er­dings auch mus­li­mi­scher Sicht [Kor­chi­de 2015] geführt, die erfreu­li­cher­wei­se zum Dia­log ermun­tern.

Anmerkungen

[1] Inso­fern sich die­se Ver­bän­de ab 1993 dem ‘Huma­nis­ti­schen Ver­band Deutsch­lands‘ (HVD) anschlos­sen, sind auch in des­sen Rei­hen ‘Kör­per­schaf­ten des Öffent­li­chen Rechts‘ (KdÖR), teil­wei­se sogar aus­ge­stat­tet mit (im Ver­hält­nis zu den Kir­chen beschei­den dotier­ten) Staats­ver­trä­gen (Würt­tem­berg, Nie­der­sach­sen). Aus­führ­lich vgl. Gro­schopp 2016.
[2] Tri­ni­us zitiert bei Wild 1979, S. 254 f.

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Quel­le: Horst Gro­schopp: Frei­den­ker­be­we­gung. In: Hubert Cancik/Horst Groschopp/Frieder Otto Wolf: Huma­nis­mus: Grund­be­grif­fe. Berlin/Boston 2016, S.159–168.