Diskriminierungsrisiko: Weltanschauung
(ZWICKAU/BERLIN) Ein Bekenntnis zum Humanismus ist nicht karrierefördend.
Dr. phil. habil. Horst Groschopp
Kulturwissenschaftler
(ZWICKAU/BERLIN) Ein Bekenntnis zum Humanismus ist nicht karrierefördend.
Es soll einen Fußballgott geben, sagen sogar Menschen, denen es nach ihrem Glauben verboten ist, einen anderen Gott neben dem ihrer Hauptreligion zu haben. Andere wiederum sagen, Fußball sei eine Religion und heute mächtiger in ihrem Gebrauch als Islam und Christentum zusammen.
Ende 2007 beschäftigte sich der hpd mit der Frage der staatlichen Kulturfinanzierung der Kirchen, stellte eine “4,4 Mrd.
Das ist eine weiße Linie mit Grenzbedeutung. Sie ist auf dem Berliner Bahnhof Friedrichstraße fotografiert, wo es den „Tränenpalast“ gab und Ankommen, Abfahren, Einsteigen nur auf Kommando … Der gelernte Mitteleuropäer weiß um die Bedeutung dieser weißen Linie. Den Strich zu überschreiten ist nicht einfach nur verboten, sondern man begibt sich und andere in Gefahr, wenn man es tut und der Zug fährt ein. Vorsicht ist geboten. Man kann aber auch keinen Platz finden im Zug, wenn man zu lange ausharrt hinter der Linie. So oder so sagt die weiße Linie, man soll bestimmte Grenzen nicht überschreiten. Es gibt „Kulturschranken“.
Es sind zwei Meldungen kurz vor dem Jahreswechsel 2015/2016, die jeden Beobachter der Geschicke des „Humanistischen Verbandes“ (HVD) zum Nachdenken bringen und die, zusammen betrachtet, Andeutungen geben, in welche Richtung es geht. Da ist zum einem das Problem, wie viel Weltanschauungsgemeinschaft der Verband künftig vorzeigen wird; zum anderen, wie und wo er dies tut und welche Rolle dabei seine eigenen Medien spielen werden, besonders die Zeitschrift „diesseits“, gedruckt wie online.
Was soll das sein, eine humanistische Weihnachtsfeier, wo doch schon unklar ist, was eine humanistische Jugendweihe auszeichnet? Pardon, das heißt „Jugendfeier“, damit kein Ossi versteht, worum es sich handelt, da doch Jugendliche pausenlos etwas feiern oder gefeiert haben, als sie noch keine Mütter oder Väter waren und in der DDR das falsche, weil staatsnahe Fest begingen. Da müssen sie nun leiden und das Netz durchsuchen, wonach bei ihnen für ihre erwachsen werdenden Kinder nun ein Ritualbedarf zuwächst.