Humanismus – Überlegungen für den HVD

2013-12-11c.pngAb heu­te sind es noch 171 Tage im Dienst als Direk­tor der Huma­nis­ti­schen Aka­de­mie. Es beginnt die Zeit für „letz­te Wor­te im Amt“. Ein sol­cher Vor­trag fand am 9. Dezem­ber 2013 im Ber­li­ner HVD vor aus­ge­wähl­tem Publi­kum statt. Ein Teil des Refe­rats, zu dem es zahl­rei­che Nach­fra­gen gab, wird im Fol­gen­den leicht gekürzt doku­men­tiert. Der Anlass poten­zier­te die sub­jek­ti­ve Sicht und redu­zier­te die aka­de­misch kor­rek­te Aus­spra­che. Das Foto soll zei­gen, wor­auf sich der Refe­rent stütz­te – vor allem auf sei­ne und die von ihm her­aus­ge­ge­be­nen Publi­ka­tio­nen über Huma­nis­mus. Man beach­te die Sym­bo­lik.

Ich bezie­he mich auf, benut­ze und set­ze als gele­sen vor­aus mei­nen Kom­men­tar auf „huma­nis­mus aktu­ell online“ zu dem Buch von Flo­ri­an Baab ‘Was ist Huma­nis­mus? Geschich­te des Begrif­fes, Gegen­kon­zep­te, säku­la­re Huma­nis­men heu­te’, wobei ich mich auf die­je­ni­gen Pas­sa­gen kon­zen­trie­re, die sich direkt auf den HVD bezie­hen. Ich möch­te Baab, nach­dem ich ihn in die­sem Kom­men­tar hef­tig kri­ti­siert habe, letzt­lich dann doch dank­bar sein dafür, dass er unser Schrift­gut so umfäng­lich stu­diert hat, bes­ser, als wir dies selbst bis­her getan haben.

Des­halb möch­te ich auch mit einem Zitat begin­nen, das aus dem Jah­re 1991 stammt. Es bezieht sich auf die dama­li­ge, im Vor­feld der Ver­bands­grün­dung statt­fin­den­de Debat­te über ein ‘Huma­nis­ti­sches Selbst­ver­ständ­nis’, bei dem sofort auf­fällt, dass das Zitat auch von ges­tern sein könn­te. Es ist aktu­el­ler denn je. Damals fan­den sol­che Grund­satz­de­bat­ten übri­gens noch öffent­lich in der Ver­bands­zei­tung und nicht in einem klei­nen Zir­kel statt.

Baab zitiert S. 139 Gita Neu­mann, die Ende 1991 in ‘dies­seits’ schrieb, dass das ‘wis­sen­schaft­lich-ratio­na­le Welt­mo­dell … alle ande­ren tra­di­ti­ons­ge­bun­de­nen For­men des Erken­nens’ geop­fert“ habe mit dem Ergeb­nis des Miss­trau­ens, der Abwer­tung, ja der Dif­fa­mie­rung gegen­über ‘qua­li­ta­tiv-inner­li­chen und kör­per­lich-sinn­li­chen Erkennt­nis­quel­len’.

Dabei ist die­se Kri­tik von Gita Neu­mann noch mil­de. Sie bezieht sich allein auf „Den­ken“, das „Erken­nen“, nicht auf Huma­nis­mus gene­rell. Der gegen­wär­tig im HVD vor­an­kom­men­de, sich in dem Text ‘Huma­nis­ti­sche Grund­sät­ze’, dem Selbst­ver­ständ­nis des HVD Bay­ern mani­fes­tie­ren­de und auf den Bun­des­ver­band durch­schla­gen­de „säku­la­re Huma­nis­mus“ hat viel mit einer eng­füh­ren­den Erkennt­nis­theo­rie, mit „Wis­sen­schaft“, viel mit einer ent­spre­chen­den posi­ti­vis­ti­schen Phi­lo­so­phie, auch durch­aus mit Auf­klä­rung und Reli­gi­ons­kri­tik zu tun – aber weni­ger mit Huma­nis­mus.

Fast all das, was Huma­nis­mus aus­macht, was ihn wesent­lich defi­niert, ver­schwin­det förm­lich hin­ter dem domi­nie­ren­den Ein­druck, Huma­nis­mus sei vor­wie­gend eine Phi­lo­so­phie – das meint übri­gens auch Baab –, eine Wis­sen­schafts- und Rechts­ver­an­stal­tung, ein ‘Ver­nunft­pro­jekt’, sei vor­wie­gend  ‘eine wer­te­ge­bun­de­ne Lebens­auf­fas­sung’, basie­rend auf einer ‘natürliche[n] [sic!] Ver­nunft­be­ga­bung“, die den Men­schen und die Welt für ‘erforsch­bar und prin­zi­pi­ell ver­steh­bar’ hält – als wäre dies für Huma­nis­mus kon­sti­tu­ie­rend. Hin­zu kommt reli­gi­ons­kri­ti­sche und poli­ti­sche Welt­an­schau­ung, gerich­tet spe­zi­ell an Kon­fes­si­ons­freie und his­to­risch ein Ergeb­nis von Säku­la­ri­sie­rung. Und um nicht mit der heid­ni­schen Anti­ke und ihrer huma­nis­ti­schen Renais­sance kon­fron­tiert zu wer­den, nennt man den Vor­gang der Ein­fach­heit hal­ber gleich einen „moder­nen“ bzw. „neu­en“ Huma­nis­mus.

Was die­sem Huma­nis­mus weit­ge­hend fehlt ist His­to­ri­zi­tät, ist Kör­per­lich­keit, sind die Spra­che und das Gefühl der Barm­her­zig­keit, ist eine Kul­tur der Freund­schaft, der Lie­be und der Men­schen­freund­lich­keit, ist die sinn­li­che Erleb­bar­keit der Men­schen­wür­de, sind Glück und Geschmack, ist der Huma­ni­ta­ris­mus, als Geg­ner­schaft zur mili­tä­ri­schen Gewalt, es fehlt ein Bil­dungs­kon­zept, das auf den ‘gan­zen Men­schen’ zielt und es man­gelt an Refle­xi­on der eige­nen Mythen, etwa den fort­le­ben­den Erzäh­lun­gen über den gro­ßen huma­nis­ti­schen König Frank­reichs, Hein­richs IV., der in den Reden und Büchern von Hein­rich Mann wie­der auf­leb­te und im Kampf gegen den Faschis­mus zu einem Ide­al­bild wur­de. Wo ist die Akzep­tanz des ästhe­ti­schen Erfah­rens?

Der Huma­nis­mus des Huma­nis­ti­schen Ver­ban­des ist his­to­risch bedingt. Als sich der HVD im letz­ten Jahr­zehnt des 20. Jahr­hun­derts grün­de­te, Baab beschreibt dies sehr schön und über­treibt auch etwas hin­sicht­lich der Leis­tun­gen des HVD, gab es kei­ne brei­te­re Huma­nis­mus­for­schung, so dass es nur logisch war, den mit dem Ende der DDR auch in Deutsch­land frei gewor­de­nen Begriff des Huma­nis­mus für den neu­en Ver­band zu erobern.

Die­ser grün­de­te sich Anfang 1993. Er mach­te das dama­li­ge Ver­ständ­nis von Huma­nis­mus, das­je­ni­ge, was man von ihm wis­sen konn­te und wuss­te, zu sei­nem prak­ti­schen Pro­gramm der Abkehr von der alten, sek­tie­re­risch gewor­de­nen Frei­den­ke­rei. Dafür konn­ten die Ver­fas­ser des ers­ten ‘Huma­nis­ti­schen Selbst­ver­ständ­nis­ses’ auf drei Quel­len zurück­grei­fen, ers­tens die hol­län­di­schen Vor­la­gen; zwei­tens den damals noch als modern gel­ten­den säku­la­ren Huma­nis­mus in den USA, beson­ders auf Paul Kurtz‘ Mani­fes­te; aber drit­tens auch auf drei Grup­pen in den eige­nen Rei­hen, die im VdF der DDR zu die­sem in Oppo­si­ti­on gegan­gen waren, die prak­ti­schen Huma­nis­ten Ost­ber­lins, Bran­den­burgs und Sach­sen-Anhalts. (Die bei­den Letz­te­ren gin­gen lei­der plei­te; Nie­der­sach­sen und Bay­ern grün­de­ten den HVD nicht mit; NRW besitzt bis heu­te kei­ne ‘Sozi­al­dienst­leis­tun­gen’.)

Was der Ver­band Anfang der 1990er Jah­re für Huma­nis­tin­nen und Huma­nis­ten for­mu­lier­te, konn­te gedank­lich alle erfas­sen, die damals für Huma­nis­mus ein­tra­ten – viel mehr gab es nicht, aus­ge­nom­men viel­leicht die ‘Huma­nis­ti­sche Uni­on’. Intel­lek­tu­el­le, die über Huma­nis­mus etwas erzähl­ten, waren eine Sel­ten­heit, vor allem im Wes­ten. Par­al­lel, aber unbe­rührt vom HVD, bis die ‘Huma­nis­ti­sche Aka­de­mie’ vor etwa einem dut­zend Jah­ren Ver­bin­dun­gen her­zu­stel­len begann, ent­stand, zuerst mit Richard Faber, Enno Rudolph, Hubert Can­cik und dann mit dem gro­ßen inter­na­tio­na­len Pro­jekt von Jörn Rüsen, eine aka­de­mi­sche Huma­nis­mus­for­schung, dann Juli­an Nida-Rüme­lin und wei­te­re.

Baab ver­weist auf sie, unter­be­wer­tet sie aller­dings, weil er auf den HVD schau­en möch­te. Dabei ent­geht ihm, wie ganz anders heu­te die Lage in Sachen Huma­nis­mus ist. Es gibt inzwi­schen vie­le, auch inter­na­tio­na­le For­schun­gen und ver­schie­de­ne Zugän­ge zum Huma­nis­mus und Tex­te über ihn; ich selbst habe an die hun­dert „Grup­pen“ gesam­melt. [ ] Nun haben Baab und der HVD ein gemein­sa­mes Pro­blem. Bei­de kön­nen nicht mehr so tun, als sei der HVD wie Kevin, näm­lich allein zu Haus.

Was bei Baab als einem von sei­nem Dok­tor­va­ter mit dem The­ma objek­tiv über­for­der­ten Ein­zel­au­tor ver­zeih­lich ist, der HVD kann sich die­se Huma­nis­mus-Absti­nenz nicht mehr leis­ten. Er muss sei­nen Huma­nis­mus – den für sei­ne Mit­glie­der und zur Inter­pre­ta­ti­on sei­ner Ange­bo­te – kennt­lich machen als Teil des heu­te bekann­ten Huma­nis­mus, sonst bla­miert er sich. Das kann aber nun nicht Auf­ga­be von Pro­jekt­lei­tern sein, wor­auf ich noch ein­ge­he.

Ich möch­te das Pro­blem, vor dem der HVD steht, mit zwei Fra­gen kurz andeu­ten, es sozu­sa­gen auf unse­re Debat­ten über Tole­ranz und Selbst­be­stim­mung her­un­ter bre­chen.

Ers­tens: Reli­gi­ös-welt­an­schau­li­che Tole­ranz ist ein wesent­li­ches Kri­te­ri­um für Huma­nis­mus. Unser HVD sam­melt aber in sich als Ver­ein v.a. athe­is­ti­sche und agnos­ti­sche Men­schen, so genann­te Kon­fes­si­ons­freie, für die zumin­dest eine gewis­se Reli­gi­ons­di­stanz als ange­nom­men gilt. Wie for­mu­lie­re ich nun aber unser Bekennt­nis so, dass unser Huma­nis­mus hier zwar ein ein­ge­schränk­ter ist, aber nicht der Huma­nis­mus all­ge­mein: Wir wol­len im Ver­band kei­ne Reli­giö­sen haben (oder wol­len wir das ändern?), wes­halb im Ver­band das Pro­blem der welt­an­schau­li­chen Plu­ra­li­tät nur ein­ge­schränkt gilt. Für Huma­nis­mus all­ge­mein kann das nicht gel­ten.

Zwei­tens: Selbst­be­stim­mung ist im HVD nahe­zu ein hei­li­ges Wort. Die­se Hei­lig­spre­chung will ich gar nicht bezwei­feln. Aber: Unse­re Kon­no­ta­ti­on des Wor­tes lei­tet sich wesent­lich von sei­nem Gegen­wort ab, der Fremd­be­stim­mung, die wir wesent­lich in den Reli­gio­nen ver­or­tet sehen. Das geht, was den „frei­en Wil­len“ betrifft, der hier zum Ein­satz kommt, zurück bis auf Eras­mus ver­sus Luther.

Aber wie gehen wir damit um, dass Selbst­be­stim­mung auch die Frei­heit ein­schließt, reli­gi­ös zu wer­den; dass moder­ne evan­ge­li­sche Moral­theo­lo­gie den Begriff der Selbst­be­stim­mung, etwa bei der Ster­be­hil­fe, benutzt wie wir, wäh­rend sich in unse­ren eige­nen Rei­hen, ich ver­wei­se wie­der auf „säku­la­ren Huma­nis­mus“, sich die eigent­li­chen Geg­ner der Selbst­be­stim­mung fin­den, etwa, in dem der freie Wil­le, wie angeb­lich durch neue­re Hirn­for­schung belegt, als nicht vor­han­den bezeich­net und damit die Selbst­be­stim­mung fak­tisch ent­wer­tet wird.

Sol­che Fra­gen fin­den sich bei Baab, man­ches ist etwas ver­steckt, alles sehr freund­lich for­mu­liert, weil wir ihm ja unse­re Tre­so­re geöff­net haben. Da möch­te er nicht unhöf­lich sein. Vor allem aber, […] sind wir doch letzt­lich noch immer ein klei­ner und dadurch etwas sek­tie­re­risch ver­an­lag­ter Betrieb in Sachen Huma­nis­mus.

Die­je­ni­gen, die unse­ren Ver­band mit „Theo­rie“ ver­sor­gen, sind gering an Zahl und, wie Baab schön beschreibt, alle­samt mit Gel­tungs­an­spruch in Sachen huma­nis­ti­sche Wahr­hei­ten aus­ge­stat­tet. Baab beschreibt die Domi­nanz von Phi­lo­so­phie, ohne dass er, selbst Phi­lo­soph und Theo­lo­ge, hier unser Pro­blem her­aus­zu­ar­bei­ten ver­mag, dass dar­in besteht, dass Huma­nis­mus eben kei­ne Phi­lo­so­phie ist, so weit man die­se auch fas­sen mag. Sicher gibt es huma­nis­ti­sche Phi­lo­so­phie und eine Phi­lo­so­phie über Huma­nis­mus, schon weil es „Erken­nen“ und „Den­ken“ gibt. Das über­strahlt, wegen des Man­gels an einer aka­de­mi­schen ‘Huma­nis­tik’, dass eine Geschich­te des Huma­nis­mus fehlt, bei allem was da vor­liegt; es fehlt (uns) eine huma­nis­ti­sche Sozio­lo­gie, Eth­no­lo­gie usw. Dar­auf gehe ich am Schluss noch kurz ein, will nur vor­her anmer­ken, wie Baab die phi­lo­so­phi­sche Ver­fas­sung des HVD beschreibt.

Baab erkennt – und nun ver­grö­be­re ich selbst auf eine aka­de­misch unge­hö­ri­ge Wei­se sei­ne Befun­de, um des bes­se­ren inne­ren Ver­ständ­nis­ses wegen – drei für den HVD maß­geb­li­che Phi­lo­so­phen: Frie­der Otto Wolf, Joa­chim Kahl und Micha­el Schmidt-Salo­mon. Wolf habe sei­ne neo­lin­ke Gesell­schafts­kon­zep­ti­on in sei­nem Buch ‘Radi­ka­le Phi­lo­so­phie’ zusam­men gefasst. Sie mün­de im Pala­ver aller, da alle Men­schen auch Phi­lo­so­phen sei­en. Nun habe er den Begriff der Phi­lo­so­phie durch den des Huma­nis­mus ersetzt. Her­aus­ge­kom­men sei das Kon­zept des ‘Huma­nis­mus für das 21. Jh.’.

Kahl habe in sei­nem Buch ‘Welt­li­cher Huma­nis­mus’ phi­lo­so­phi­sche Betrach­tun­gen ver­öf­fent­licht, die an kei­ner Stel­le sagen wür­den, was denn Huma­nis­mus, geschwei­ge denn ‘welt­li­cher’ sei. Wolf und Schmidt-Salo­mon hät­ten ihn dar­auf­hin berech­tigt kri­ti­siert. Sie wür­den aber genau zu den The­men, wo Kahl den bis­he­ri­gen athe­is­ti­schen Kanon durch­bre­che, etwa bei den Gefüh­len und der Spi­ri­tua­li­tät, nichts Eige­nes bei­tra­gen.

Bei Schmidt-Salo­mons radi­ka­ler Reli­gi­ons­kri­tik und sei­nem ‘neu­en Huma­nis­mus’, der aus der Evo­lu­ti­ons­theo­rie fol­ge­re, sei gar nicht belegt, war­um die­ser über­haupt ein Huma­nis­mus sei. […]

Für unse­ren Ver­band folgt ers­tens dar­aus, den Kreis der schrei­ben­den Zunft, genau­er der aka­de­mi­schen Text­ver­fas­ser, deut­lich zu ver­grö­ßern. Dies kann nur gelin­gen, wenn der HVD die aka­de­mi­schen Debat­ten und die Publi­ka­tio­nen ver­mehrt. Es ist Sache der Ver­bands­füh­rung, hier poli­tisch ein­zu­grei­fen.

Zwei­tens ist umge­kehrt nach For­men der Bil­dungs­ar­beit zu suchen, die Funk­tio­nä­ren hilft, sich zurecht­zu­fin­den. Da wir nicht wie die Kir­chen über theo­lo­gi­sche Fakul­tä­ten ver­fü­gen, wer­den wir noch lan­ge des geis­ti­gen Hin­ter­lands, aber auch der Stu­di­en­gän­ge ent­beh­ren. Wo man auch immer Theo­lo­gie stu­diert hat, in Pader­born oder New York, ob katho­lisch oder pro­tes­tan­tisch – alle bezie­hen sich auf eine gemein­sa­me Spra­che und ein bestimm­tes Wis­sen. Das haben wir für den Huma­nis­mus nicht, weil die Huma­nis­tik fehlt.

Ich fas­se zusam­men:

1. Baab ist kri­tisch zur Kennt­nis zu neh­men, zumin­dest der Teil, der sich mit uns beschäf­tigt.

2. Unser Huma­nis­mus muss sich selbst­be­wusst in die­se Debat­ten bege­ben. Sein Vor­teil sind die prak­ti­schen Erfah­run­gen.

3. Wir ste­hen aber vor der Auf­ga­be, dass wir zu allen unse­ren Arbeits­fel­dern und zu denen, die wir noch ent­wi­ckeln, uns unse­ren huma­nis­ti­schen Reim dar­auf machen, und die­sen auf die huma­nis­ti­schen Dis­kur­se bezie­hen, die außer­halb von uns statt­fin­den.

Wir haben zahl­rei­che Publi­ka­tio­nen über Huma­nis­mus und Lebens­kun­de, Huma­nis­mus und Jugend, Huma­nis­ti­sches Sozi­al­wort, Huma­nis­tik, Ritua­le, Bestat­tungs­kul­tur, Rechts­ver­ständ­nis u.a. Das darf gele­sen wer­den.

Ein posi­ti­ves Bei­spiel will ich her­aus­grei­fen: Barm­her­zig­keit und Ster­be­hil­fe. Ich freue mich, damit am Schluss wie­der bei Gita Neu­mann gelan­det zu sein. Sie hat sich hier 25 Jah­re rein­ge­hängt nach dem Motto Dan­tes, gehe Dei­nen Weg und lass die Leu­te reden.

Man kann nun nicht erwar­ten, dass die Fach­leu­te im HVD selbst zu Theo­re­ti­kern wer­den, aber die Ver­bands­füh­rung muss die Bedin­gun­gen schaf­fen, dass Leu­te wie Baab viel zu lesen bekom­men und dass Funk­tio­nä­re und Pro­jekt­lei­ter das­je­ni­ge lesen, was min­des­tens zu ihrem Fach­ge­biet an neue­rer Lite­ra­tur über Huma­nis­mus vor­liegt.

[Die lan­ge Hubert-Can­cik-Zita­ten-Samm­lung, was Huma­nis­mus sein könn­te, wird hier eben­so nicht wie­der­holt wie die Dis­kus­si­on reflek­tiert.]