Arthur Pfungst

Arthur Pfungst (9. März 1864–3. Okto­ber 1912) ent­stamm­te einem jüdi­schen Eltern­haus und wur­de (gemein­sam mit sei­ner Schwes­ter Marie) Erbe von deren Schleif­mit­tel­fa­brik “Naxos-Uni­on” in Frank­furt a.M. Eine 2018 erstell­te Kurz­bio­gra­phie gibt einen ers­ten Über­blick, sie­he aber bit­te unten den Link zu einer neue­ren Stu­die über sein Leben und Werk), erstellt für die Kon­fe­renz der “Dr. Arthur Pfungst-Stif­tung” im Sep­tem­ber 2025, vgl. unten die Ankün­di­gung. Pfungst war Frei­den­ker und Huma­nist, Anhän­ger eines gott­frei­en Bud­dhis­mus, Erfin­der und Betriebs­wirt, Dich­ter, viel­sei­ti­ger Auto­di­dakt, beson­ders auf dem Gebiet der Indo­lo­gie, pro­mo­vier­ter Natur­wis­sen­schaft­ler, Über­set­zer, Publi­zist und Spon­sor von Frei­bi­blio­the­ken, Lese­hal­len und Volkshäusern.

Pfungst war in ers­ter Linie erfolg­rei­cher Unter­neh­mer, mit einer beson­de­ren Vor­lie­be für indi­sche Kul­tur (Inhalt Gesam­mel­te Wer­ke II. Band); För­de­rer der Kar­tell­be­we­gung frei­geis­ti­ger Ver­bän­de (1911 Vor­sit­zen­der des „Wei­ma­rer Kar­tells“), der welt­li­chen Schu­le, Grün­der der wohl ers­ten huma­nis­ti­schen Aka­de­mie der Moder­ne, För­de­rer einer Frei­den­ker-Hoch­schu­le, Ver­le­ger, 1900 Stif­tung des „Neu­en Frank­fur­ter Ver­la­ges“ als Zen­tra­le frei­geis­ti­ger Lite­ra­tur in Deutsch­land, selbst reger Autor. In sei­nem Tes­ta­ment von 1908 ver­füg­te er die Grün­dung einer GmbH, die eine “Aka­de­mie des frei­en Gedan­kens” sein und eini­ge der soeben genann­ten Ein­rich­tun­gen bün­deln und finan­zie­ren soll­te. Jede Stu­die über ihn hat das Werk sei­ner Schwes­ter Marie Pfungst eben­so wür­di­gen wie das sei­ner Kol­le­gen Max Hen­ning und den spä­te­ren zeit­wei­li­gen Lei­ter der Stif­tung und Mit­her­aus­ge­ber sei­ner “Gesam­mel­ten Wer­ke” Franz Anger­mann.

Mit Pfungst beschäf­ti­ge ich mich seit mei­nem Buch “Dis­si­den­ten” (1997). Ein erneu­ter Ein­stieg lag Mit­te Okto­ber 2023 nahe, als ich die Arbeit an einer Bio­gra­phie über ihn als 10. Band inner­halb mei­ner Rei­he “Huma­nis­mus­per­spek­ti­ven” begann. Der Plan änder­te sich 2024 mit dem Auf­fin­den des “Inven­tu­ren- und Bilanz­bu­ches” des “Neu­en Frank­fur­ter Ver­la­ges” in der Stif­tung. Damit war es mög­lich, eine Geschich­te die­ses Ver­la­ges zu schrei­ben – in Koope­ra­ti­on mit der Pfungst-Stif­tung Frank­furt a.M.

Heu­te, Mit­te Juli 2025, ist dar­aus gewach­sen: Ers­tens eine wis­sen­schaft­li­che Kon­fe­renz über Arthur und Marie Pfungst im Sep­tem­ber 2025 (hier das Pro­gramm); zwei­tens für die­se Kon­fe­renz und den spä­te­ren Pro­to­koll­band “Bau­stei­ne für eine Bio­gra­phie von Arthur Pfungst”, und drit­tens ein Buch, eben die­se Geschich­te des von Pfungst gegrün­de­ten “Neu­en Frank­fur­ter Ver­la­ges” (hier die Ankün­di­gung), das nun bis Sep­tem­ber 2025 vor­lie­gen soll. Mei­ne Rei­he “Huma­nis­mus­per­spek­ti­ven” endet damit vor­läu­fig mit Band 9, aber die Stif­tung wird eine eige­ne Rei­he eröff­nen, für deren drit­ten Band die The­men NFV und Pfungst noch ein­mal auf­ge­grif­fen wer­den, spe­zi­ell die Zeit­schrift “Das freie Wort” mit der Bei­la­ge “Der Dis­si­dent”. Die Buch­rei­he “Biblio­thek der Auf­klä­rung” wird in Band 1 behandelt.

Es sam­meln sich mit der Zeit eini­ge Hin­wei­se, Zita­te, Doku­men­te, die teils hier ver­öf­fent­licht wer­den sol­len, um eine Debat­te über das Pro­jekt anzu­re­gen bzw. bei mir ange­fragt wer­den kön­nen. So ist mir wich­tig, aus dem Buch von Gun­ter Stemm­ler über Bru­no Mül­ler zu zitie­ren, das Bele­ge für die Ari­sie­rung der Stif­tung und den Umgang mit Marie Pfungst enthält.