Unter dieser eher alltags‑, aber weniger wissenschaftstauglichen Überschrift rubrizierte ich mein neues Buch „Konzeptionen des Humanismus“ im Alibri Verlag auf meinem Rechner. Band 4 der Reihe „Humanismusperspektiven“ ist eine literatursoziologische Studie über Humanismen im Humanismus. Sie erfasst über 300 Verwendungen der Worte „Humanismus“ und „humanistisch“ vor allem in der wissenschaftlichen Literatur. Im Folgenden werden die Antworten auf Fragen eines Interviews im Entwurf des Autors wiedergegeben, das im „Humanistischen Pressedienst“ erscheint.
Horst Groschopp
Glücksuche und Überlebenskunst
Die Überschrift zu dieser Information ist eine Kurzfassung des Titels meines kulturwissenschaftlichen Nachwortes zu den jetzt postum veröffentlichten Memoiren von Lotte Strub-Rayß (17.02.1912 bis 06.01.2008) “Verdammt und entrechtet. Stuttgart – Basel – Moskau … 16 Jahre Gulag und Verbannung. Aus dem Nachlass herausgegeben von Konrad Rayß“ (Berlin: Trafo Verlag 2018, 666 S.).
Die Autobiographie ist die Geschichte einer jungen Frau, die nach dem Ersten Weltkrieg in einer schwäbischen bürgerlichen Familie aufwuchs. Sie studierte Kunst an der Stuttgarter Kunstgewerbeschule, verliebte sich in den bekannten Arzt und Dramatiker Friedrich Wolf und erlebte die ganz große Liebe. Früh wandte sie sich der linken Bewegung zu und leistete Widerstand gegen das erstarkende NS-Regime. Sie rettete 1933 die später berühmten Söhne des Dichters Konrad und Markus Wolf und sein Archiv.
Humanismus und Selbstverständnis des HVD
Vortrag, gehalten am 17. November 2017 in Berlin an der „Humanistischen Akademie Berlin-Brandenburg“, ergänzt durch Fußnoten. Das Titelbild zeigt die Frontseite des Flyers des Alibri Verlages Aschaffenburg zur Reihe „Humanismusperspektiven“. Der komplette Flyer befindet sich am Ende dieses Textes.
Der „Humanistische Verband Deutschlands, Bundesverband“ (HVD) hat vor erst zwei Monaten ein „Humanistisches Selbstverständnis“ beschlossen,1 das vierte in seiner kurzen Geschichte.
Welcher Humanismus?
Horst Groschopp: Welcher Humanismus? Sechs Thesen. In: MIZ. Politisches Magazin für Konfessionslose und AtheistINNEN. Aschaffenburg 2017, 45. Jg., H. 2, S. 46–48.
Mit Gott fertig?
Im Sommer 2017 erschien im Aschaffenburger „Alibri Verlag“ der von mir herausgegebene und mit einem Vorwort versehene 3. Band in meiner Reihe „Humanismusperspektiven“: Andreas Fincke: Mit Gott fertig?
Bedeutungsverlust der Kirchen
Über ihr Ende als Verkünder einer allgemeinen Moral und die gesellschaftlichen und rechtlichen Folgen
Die Stellung der Kirchen in Deutschland nach 1945 – die fortbestehende Einheit von Thron und Altar – hängt eng mit der Geschichte der Bundesrepublik zusammen. Sicherten sich die Kirchen in der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg die in der Revolution 1918/19 erreichte Freiheit vom Staat, weiteten sie ihre Rechte im Kalten Krieg noch aus und zogen aus der gleichzeitigen Garantie von Leistungen durch den Staat zusätzliche Vorteile.
Dabei passten sie sich neuen Lagen nicht nur immer wieder geschickt an. Mit ihren moralischen „Sinngebungen“, ihrem staatlich besoldeten Religionsunterricht und ihrer Dominanz in der Ritualkultur machten sie sich bis in die 1970er Jahre unentbehrlich.