Die „säkulare Szene“ 2006

Eine Ana­ly­se von Hel­mut Kramer

Prof. Dr.-Ing. Hel­mut Kra­mer wur­de 1936 in Ham­burg gebo­ren und leb­te dort bis zu sei­nem Tod. Er war von Beruf Bau­in­ge­nieur. Am 12.Mai 2019 ertrank er wäh­rend eines Urlaubs in Südspanien.

In der „säku­la­ren Sze­ne“, ein Begriff, der von ihm vor­ge­schla­gen wur­de, wirk­te er als Ver­tre­ter der „Unita­ri­er – Reli­gi­ons­ge­mein­schaft frei­en Glau­bens“. Er lei­te­te die Lan­des­ge­mein­de Ham­burg. Er ver­trat die­se Orga­ni­sa­ti­on in der „Sich­tungs­kom­mis­si­on“ und dann im KORSO.

Der Begriff der „säku­la­ren Sze­ne“ wur­de als poli­tisch-prag­ma­ti­scher Not­be­helf benutzt, um die unter sich lan­ge Zeit sprach­lo­sen Ver­ei­ne wie­der mit­ein­an­der in Kom­mu­ni­ka­ti­on zu brin­gen. Was „säku­lar“ meint, war allen Betei­lig­ten klar: Das waren die sich in der „Sich­tungs­kom­mis­si­on“ der Huma­nis­ti­schen Aka­de­mie Ber­lin ver­sam­meln­den Orga­ni­sa­tio­nen. Inzwi­schen wird der Begriff umfas­sen­der benutzt, hat aber die­sen bana­len Ursprung.

Kra­mer selbst ver­stand die Unita­ri­er als eine huma­nis­tisch-säku­la­re Orga­ni­sa­ti­on und begrün­de­te damit die Mit­ar­beit in der Sichtungskommission.

Nach Grün­dung des hpd im Okto­ber 2006 leg­te Kra­mer der Sich­tungs­kom­mis­si­on eine sehr per­sön­li­che Ana­ly­se der dama­li­gen (orga­ni­sier­ten) „säku­la­ren Sze­ne“ vor, die im Novem­ber dis­ku­tiert wur­de, ohne in irgend­ei­ner Form for­mal „ange­nom­men“ zu wer­den. Er form­te dar­aus einen Arti­kel für den hpd, um die Dis­kus­si­on zu beleben.

Kaum war der Text am 29.11. erschie­nen, pro­tes­tier­te der Ver­tre­ter des IBKA. Es sei eine Ver­let­zung der angeb­lich ver­ein­bar­ten Ver­schwie­gen­heit über die Bera­tun­gen. Als der Chef­re­dak­teur Cars­ten Frerk sich wei­ger­te, den Arti­kel aus dem Netz zu neh­men, fing der Pro­tes­tant an, den Ver­fas­ser zu bear­bei­ten, bis die­ser nach­gab und von sich aus um Löschung bat.

Ich hat­te den Text her­un­ter­ge­la­den und ihn in mein Pri­vat­ar­chiv ein­ge­fügt. Dort habe ich ihn im Zusam­men­hang mit 20 Jah­re hpd gefun­den und ver­öf­fent­li­che ihn, weil Hel­mut Kra­mer hier viel Arbeit rein­ge­steckt hat. Sie „Syn­op­se“ kann als Bei­trag genom­men wer­den, das dama­li­ge Umfeld der hpd-Grün­dung bes­ser zu verstehen.